Fakten

Lebensmittelabfall in Deutschland
Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Laut einer Untersuchung der Universität Stuttgart fallen allein in Deutschland elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfall von Industrie, Handel, Großverbrauchern und Privathaushalten an.

Verluste in der Landwirtschaft
Bereits zu Beginn der Produktionskette kommt es zu enormen Lebensmittelabfällen: So führen bestimmte Produktionsstandards für Obst und Gemüse bezüglich Form, Farbe, Größe usw. dazu, dass in Deutschland bis zu 40 Prozent der Lebensmittel auf dem Acker liegen bleiben und nicht in den Verkauf kommen. Dabei handelt es sich beispielsweise  um kleine Kartoffeln, verzweigte Karotten, krumme Gurken oder schorfige Äpfel – Lebensmittel, die gut schmecken und deren Inhaltsstoffe sich in keiner Weise von denen ihren „schönen“ Kollegen unterscheiden. Auch Subventionsanreize führen zur Überproduktion von Lebensmitteln und damit auch zu Lebensmittelabfällen.

Verlust in Industrie & Handel
In der Lebensmittelindustrie führen unter anderem Überproduktion, Aufbewahrung von Rückstellmustern und nicht normgerechte Lebensmittel (krumme Gurke) zu einem Anteil von 17 Prozent an den gesamten deutschen Lebensmittelabfällen.
Ursachen für Lebensmittelabfall im Handel sind z.B. Überbestände durch schwer kalkulierbares Einkaufsverhalten der Verbraucher, falsche Lagerung, Sortimentswechsel, Saisonartikel und die Verpflichtung von zu vollen Regalen bis Ladenschluss.
Die Menge an Lebensmittelabfällen in Industrie und Handel macht ca. fünf Prozent des gesamten Lebensmittelabfalls aus.

Verschwendung bei Großverbrauchern
Mangelhafte Lagerungen, Hygiene- und Sicherheitsvorschriften, einheitliche Portionsgrößen und fehlendes Wissen über Abfallmengen führen auch bei den Großverbrauchern (Gaststätten, Hotels, Kliniken oder Schulen) dazu, dass Berge von Lebensmittelabfällen entstehen.
Insgesamt fallen jährlich ca. 1,9 Mio. Tonnen Lebensmittelabfall an. Dies entspricht ca. 17 Prozent des gesamten Lebensmittelabfalls.

Verschwendung in Haushalten
61 Prozent des gesamten Lebensmittelabfalls entstehen in privaten Haushalten.
So wirft jeder Bundesbürger 81,6 kg Lebensmittelabfall im Jahr weg, davon sind 53,1kg vermeidbar bzw. teilweise vermeidbar. Das entspricht einer Menge von 225g pro Person und Tag und ergibt einen Wert von ca. 235 € pro Person und Jahr.

Was werfen wir weg?
Am meisten landen Gemüse (26 Prozent) und Obst (18 Prozent) in der Mülltonne, gefolgt von Back- und Teigwaren (20 Prozent) und Speiseresten (12 Prozent).
Laut Studien sind 47 Prozent der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten vermeiden, 18 Prozent teilweise vermeidbar und der Rest nicht vermeidbar. Zu den nicht vermeidbaren Lebensmittelabfällen gehören z. B. Bananenschalen und Knochen, also Lebensmittelreste, die nicht verzehrbar sind.  Brotrinde und Apfelschalen zählen zu den teilweise vermeidbaren Abfällen, da sie aufgrund verschiedener Gewohnheiten der Verbraucher im Müll landen.
Als vermeidbare werden Lebensmittel bezeichnet, die entsorgt werden, obwohl sie noch genießbar sind.

Folgen der Lebensmittelverschwendung
Um Lebensmittel produzieren zu können, werden viele wertvolle Ressourcen benötigt: Ackerböden, Wasser, Dünger, Energie für Verarbeitung, Ernte und Transport.
Gerade weil auf der ganzen Welt etwa eine Milliarde Menschen hungern, hat das Wegwerfen von Lebensmitteln auch ethische Folgen. Ein wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln ist gleichbedeutend mit Respekt und Wertschätzung für alle Völker und mit Achtung vor der Natur.
Auch die wirtschaftlichen Folgen dürfen nicht vergessen werden. Die ausufernde Entsorgung von Lebensmitteln führt zu deren Verknappung und damit zur Erhöhung der Preise.
Früher haben wir ausschließlich Lebensmittel aus Deutschland und den Nachbarländern konsumiert. Der Markt hat sich verändert. Durch die Globalisierung essen wir Rindfleisch aus Argentinien, Äpfel aus Neuseeland und Fisch aus Asien. Deshalb hat auch die Verschwendung von Lebensmitteln globale Folgen. Wertvolle Ressourcen werden verschwendet, wenn wir Lebensmittel produzieren, die später weggeworfen werden. Durch die weiten Transportwege wird viel CO2 erzeugt, das unser Klima belastet.
So nehmen wir billigend in Kauf, dass die Not in manchen Ländern immer größer wird.